EM 2012
Die Gegner der Deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2012
Published by Sportwettenprofi on Dezember 4, 2011
Die Todesgruppe – wie gut sind die deutschen Gegner wirklich?
Während der Auslosung kristallisierte sich langsam aber sicher heraus, dass die Gruppe B die Todesgruppe werden könnte. Nachdem der Gruppenkopf Niederlande in diese Gruppe gelost wurde, erhielt die Gruppe B aus dem Lostopf 3 und 4 mit Portugal und Dänemark die wohl schwersten Lose innerhalb dieser Töpfe. Als dann der Lostopf 2 anstand mit dem Los der deutschen Mannschaft und diese ebenfalls in die Gruppe gelost wurden, stand fest Gruppe B ist die so genannte Todesgruppe. Die Gegner sollen nun kurz einzeln beschrieben werden.
Niederlande – Erzfeind und Gruppenkopf
Haarscharf ist die Niederland als amtierender Vizeweltmeister in den Lostopf 1 vor Deutschland gekommen. Nur Nuancen im Punktunterschied in der maßgeblichen FIFA-Weltrangliste gaben den Ausschlag zu Gunsten der Niederlande. Die Niederlande dürften aufgrund dieser harten Fakten schon mal der ärgste Konkurrent um den Gruppensieg werden. Die „Elftal“, wie die niederländische Nationalmannschaft auch im eigenen Land genannt wird, wird trainiert von Bert van Marwijk, vielen deutschen Fußballfans noch bekannt als Trainer von Borussia Dortmund (2004-2006). Van Marwijk übernahm den Posten als „Bondscoach“ 2008 von Marco van Basten und impfte dem niederländischen Fußball das so lang ersehnte Erfolgsgen ein, dass im Jahre 2010 bei der Weltmeisterschaft in Südafrika zu Finalteilnahme führte, wo die Niederlande den Spanien in der Verlängerung unterlagen. Nach einer überzeugenden EM-Qualifikation 2010/2011, in der die Niederlande in der Gruppe E als Gruppensieger unter anderem Schweden hinter sich ließen, folgte am 15.11.2011 ein letztes Freundschaftsspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft, sofern man bei diesen Nationen überhaupt von einem Freundschaftsspiel sprechen kann. Das Spiel endete mit 3:0 für die deutsche Elf und war eine Demonstration der deutschen Spielstärke. Zwar fehlten bei den Niederländern ein paar wichtige Spieler, jedoch ließen sie vielmehr nötigen Ehrgeiz vermissen, was die Niederlage in der Höhe völlig verdient machte. Die zentralen Spieler der Niederländer sind ganz klar der Stürmerstar Robin van Persie von Arsenal London, der dort Woche für Woche seine Treffsicherheit unter Beweis stellt, sowie Wesley Sneijder von Inter Mailand, der die Seele des niederländischen Spiels verkörpert. Nicht zu vergessen ist Arjen Robben vom FC Bayern München, der in Topform Spiele im Alleingang entscheidet. Die große Stärke der Niederlande ist ganz klar die Offensive, wobei unter van Marwijks Regie die Defensive deutlich an Stabilität gewonnen hat. Dennoch bleibt letztere vielleicht die Achillesferse des Teams, da sie nicht mit der hochkarätig besetzten Offensive mithalten kann. Abschließend muss man festhalten, dass die Niederlande neben den Deutschen die Favoriten dieser Gruppe sind und sich rein vom Potential mit den Deutschen um den Gruppensieg streiten werden.
Portugal – außer Ronaldo nix gewesen?
Die Portugiesen mussten für die EM-Qualifikation nachsitzen, nachdem sie die Qualifikation als Gruppenzweiter in Gruppe H hinter den Dänen abschlossen. In den nachfolgenden Playoffs mussten sich die Portugiesen noch gegen Bosnien und Herzegowina, mit deren Stürmerstar Edin Dzeko, durchsetzen, was ihnen, nach dem 0:0 im Hinspiel auf bosnischem Boden, mit einem fulminanten 6:2 im Rückspiel zuhause gelang. Einmal mehr war der alles überragende Spieler in diesem Spiel der Weltstar Cristiano Ronaldo, der zugleich als Kapitän der portugiesischen Auswahl agiert. Nach der Weltmeisterschaft 2010 übernahm der Trainer Paulo Bento, das Zepter als Nationaltrainer Portugals. Er löste damit den bei der WM glücklosen Carlos Queiroz ab, nachdem Portugal im Achtelfinale am späteren Weltmeister Spanien scheiterte. Bei den zwei Turnieren vor der WM 2010 setzte es jeweils Niederlagen gegen die deutsche Nationalmannschaft. Bei der WM 2006 setzte sich die deutsche Elf im Spiel um Platz 3 gegen die Portugiesen durch, bei der letzten EM 2008 war im Viertelfinale Schluss für Portugal, nach einer 2:3 Niederlage gegen Deutschland. Die größte Stärke Portugals ist zugleich die größte Schwäche, Cristiano Ronaldo. In Topform ist der Stürmer von Real Madrid kaum zu stoppen, jedoch ist Portugals Nationalmannschaft extrem abhängig vom Können seines Superstars. Dennoch sollte man die Portugiesen nicht nur auf Ronaldo reduzieren. Vor allem der Mittelfeldspieler Nani, der bei Manchester United unter Vertrag steht, hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, der mit seinen Dribblings immer brandgefährlich ist. Zudem hat Portugal mit Fabio Coentrao einen der besten Linksverteidiger der Welt, der in der vergangenen Saison für 30 Millionen € nach Real Madrid transferiert wurde. Alles in allem ist Portugal immer ein Geheimfavorit auf den Gruppensieg und sogar auf den Titel. Dennoch dürfte die Abhängigkeit Ronaldos, den Portugiesen einmal öfter zum großen Problem werden.
Dänemark – ein Underdog, der die großen ärgert?
Die Dänen haben eine sehr respektable EM-Qualifikation gespielt und sich vor den Portugiesen als Gruppensieger der Gruppe H direkt für die EM 2012 in Polen und der Ukraine qualifiziert. Bei nur einer Niederlage in Portugal und einem Remis in Norwegen gewannen die Dänen die übrigen sechs Gruppenspiele und zogen souverän mit 19 Punkten in die Lostöpfe der UEFA. Dabei überzeugte das dänische Team vor allem mit Teamgeist und innerer Geschlossenheit. Es gibt nicht den oder die überragenden Spieler im dänischen Team. Das Team wurde nach der WM 2010, als man in der Gruppenphase doch ein wenig überraschend ausschied, umgebaut und wurde auf ein paar Säulen erfahrener Spieler wie Christian Poulsen (FC Evian Thonon Gaillard) und Dennis Rommedahl (Bröndby IF) aufbauend mit vielen jungen Talenten gespickt. Trainer der dänischen Nationalmannschaft ist Morten Olsen, der das Team bereits seit dem Jahr 2000 betreut. Anders als viele Fußballverbände hat Dänemark nach der enttäuschenden WM 2010 nicht die Reißleine gezogen und den langjährigen Trainer entlassen, sondern ihm das Vertrauen geschenkt, dass er nun mit starken Leistungen seiner Mannschaft zurückzahlt. Das letzte Aufeinandertreffen der Dänen mit der deutschen Elf liegt nun 16 Monate zurück. Im August 2010 gab es ein 2:2 Unentschieden, wobei die Jogi Löw damals mit seinem Team viel probiert hatte und Spieler gebracht hatte, die Stand heute bei der EM nicht an Bord sein werden. Das letzte Pflichtspiel gegen die Deutschen war das EM-Finale 1992, als die Dänen Sensationseuropameister wurden und den damals amtierenden Weltmeister Deutschland im Finale schlugen. Wie oben bereits erwähnt wurde existieren keine herausragenden Spieler im dänischen Kader. Vielmehr ist die Ausgeglichenheit des Teams die wohl größte Stärke. Erwähnt sein sollen hier aber der Stürmer Nicklas Bendtner, aktuell aktiv beim AFC Sunderland, der jahrelang für Arsenal London stürmte, sowie das hochgelobte Mittelfeldtalent Christian Eriksen von Ajax Amsterdam, der von halb Europa bereits gejagt wird. Eriksen könnte einer der Shootingstars des Turniers 2012 werden. Insgesamt ist Dänemark in dieser schweren Gruppe der ganz klare Außenseiter. Aber gerade dies könnte für die Dänen zum Glücksfall werden. Man hat in dieser Gruppe absolut nichts zu verlieren und könnte einerseits die starken Gegner hier und da ärgern und womöglich mit einem Sensationssieg einen der Favoriten frühzeitig aus dem Turnier stürzen. Hierfür müsste aber vieles perfekt laufen für die Dänen, die man aber auf keinen Fall unterschätzen sollte.


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